Wir mussten unsere Luna (früher Cleo) am Samstag den, 30.07.2022 leider gehen lassen.
Sie hinterlässt ein riesiges Loch in unseren Herzen und in unserem Alltag.
Sie hat uns treu begleitet, von dem Tag an, an dem wir sie bei ihrer Pflegefamilie am 21.11.2009 abgeholt haben. Sie war sicherlich nicht immer leicht und hat uns vor Herausforderungen gestellt, ihr extremer Jagdtrieb war wohl die größte. Peinlich konnte sie auch sein, wenn sie meinte, ein Pferd, eine Katze, eine Kuh, ein Igel muss mit Kampfgeheul und Gejaule verjagt oder in die Schranken gewiesen werden. Gesundheitlich war sie schon immer eine Baustelle, angefangen mit Ihrer IBD, die endlich mit fast zwei Jahren festgestellt wurde, ihre Gebärmuttervereiterung und Kastration, Darmverschluss, ihre ewig offenen und blutigen Ohrränder, die endlich unsere hiesige Tierärztin in den Griff bekam, Herzklappeninsuffizienz, Schilddrüsenunterfunktion und immer wieder Notfälle, die in der Klinik behandelt werden mussten, meist aufgrund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, immer wieder neues Spezialfutter, chronischer Blutverlust über den Darm aufgrund der Allergien. Endlich fanden wir auch hier in Köln einen sehr kompetenten Arzt, der uns helfen konnte, ab da haben wir Lunas Futter selbst zubereitet, außerdem haben wir ab nun erhöht auf einem Tritt gefüttert, da ihre Speiseröhre den Schluckreflex nicht gut ausgeführt hat, und die letzten Jahre gab so gut wie keine Übelkeitsattacken mehr und ihre war ihre Verdauung prima.
Naja fast, sie hat ja auch immer wieder gerne Katzensch… zu sich genommen (scheinbar eine Delikatesse), was ihr den ein oder anderen Durchfall und Wurm beschert hat. Aber auch das hatten wir im Griff, wir haben spätestens alle drei Monate ihren Kot kontrolliert und ggf. eine Wurmkur gemacht, was aber immer seltener vorkam. Zwischenzeitlich wurde noch ein Mastzellentumor am Hinterbein entfernt, hat sie prima weggesteckt (wie alles, die Tierärzte haben sie geliebt, weil sie immer, wirklich immer, ein ganz geduldiger Patient war).
Vor etwa 1 1/2 Jahren bekam sie, angefangen an den Augen, überall Krusten, Lefzen, Kinn,. Pfoten, After. Wir waren wieder in Köln zur Behandlung, diesmal bei der Dermatologin. Es wurde alles Mögliche gestestet und Biopsien genommen, die sogar ein zweites Labor untersucht hat. Ein Verdacht auf hepatokutanes Syndrom, was manche Hunde bei Leberkrebs entwickeln, wurde durch Ultraschall ausgeschlossen. Eine klare Diagnose gab es nicht, sicher ist, dass es sich um eine autoimmune Sache handelte. Aber nach Monaten des Forschens ging es ihr weiter sehr schlecht, sie entwickelte eine Blutarmut und Ende November dachten wir, sie ist Weihnachten nicht mehr bei uns. Unsere Tierärztin meinte dann, dass man es noch mal mit Cortison versuchen könnte.
Tja, es ging ihr rapide besser! Die Krusten und auch die Anämie gingen weg.
Ja, im Herzen wussten wir irgendwie, dass das geliehene Zeit war ...
Natürlich war sie alt und ziemlich plötzlich grau geworden, aber sie liebte wieder längere Spaziergänge und freute sich auch bei dem ein oder anderen Hundekumpel, ihn zu sehen und wollte sogar wieder spielen. Ihr Fell war nicht mehr stumpf, sondern wieder ganz weich. Sie war sehr cool geworden, Hundefeinde, Katzen und Eichhörnchen wurden meist ignoriert (das war ja nicht immer so!).
Wir habe die Zeit mit ihr sehr intensiv genossen. Noch nie konnte sie gut alleine bleiben, Dank Covid war mein Mann noch mehr im Homeoffice und ich konnte meinem kleinen Job nachgehen. Alleine war sie vorher auch sehr selten, man baut eben sein Leben um.
Je älter sie wurde, desto mehr hat sie uns gerührt, alte Hunde sind einfach etwas ganz Besonderes.
Die letzten Wochen baute sie wieder etwas mehr ab, die Blutarmut und der Eisenmangel kamen zurück, auch das Eisen, was sie gespritzt bekam, hat nicht die große Verbesserung gebracht. Einen Tumor in der Iris wurde auch entdeckt, aber der war jetzt in ihrem Alter nicht behandlungsbedürftig. Am Samstagmorgen hatte sie normal gefressen, dann waren wir spazieren, haben ihren Hundekumpel getroffen und sie hat Spiel angedeutet, sie wollte auch die große Runde gehen, aber wir konnten sie überreden das nicht zu tun. Durch das Cortison, was wir tatsächlich auf alle drei Tage reduzieren konnten, bauten sich ihre Muskeln ab. Trotz Wasserlaufbandtherapie, war sie schon schwächer auf den Beinen und sie hat sich gerne mal überschätzt. Gegen Ende des Gangs wurde sie extrem langsam. Zu Hause hatte ich das Gefühl, sie hat keine Kraft mehr in den Beinen, ich musste sie stützen, hinlegen konnte sie sich irgendwie auch nicht. Erst dachte ich, sie wird gelähmt (es wurde auch eine Cauda Equina vor 8 Jahren festgestellt) oder hat einen Schlaganfall. Ich bin so froh, dass ich unser Tierarztpraxis noch erreicht habe. Ich sollte die Schleimhäute prüfen und wir sind dann hingefahren. Beim Ultraschall hat sie einen Tumor von 7 cm in der Blase oder Niere gefunden. Inzwischen war Luna schon völlig teilnahmslos, als mein Mann in die Praxis kam, hat sie nicht mal mehr den Kopf gehoben.
Wir haben dann mit der Tierärztin zusammen entschieden, dass wir hier aufhören. Alles weitere, eine Op um zu schauen, ob der Tumor operabel ist, wäre in ihrem Alter und mit ihrer Krankengeschichte sicherlich nur ein verlängerter Leidensweg gewesen, sofern sie eine OP und einen Transport in eine Tierklinik überhaut überlebt hätte.
Ihre ganze Geschichte, ihre Verrücktheit, ihre Überdrehtheit, aber auch die vielen Kuschelzeiten auf dem Sofa, natürlich auch ihre Krankheiten und unsere ständige Sorge um sie, und nicht zuletzt ihre bedingungslose Liebe haben uns zusammen geschweißt. Immer intensiver seit wir vor neun Jahren nach Königswinter gezogen sind und die Kinder aus dem Haus waren. Sie hat uns durch Krisen und schwere Zeiten geholfen. Wir haben mit ihr das Siebengebirge und Umgebung erkundet, und wenn wir Urlaub machten, dann nur mit ihr. Sie fand es ja schon schlimm, wenn einer von uns nicht zu Hause war.
Wir sind unendlich dankbar für unsere Luna, die uns soviel gegeben hat, uns gezeigt hat, wie sehr man lieben und unendlich traurig sein kann.
Sie wird immer in unseren Herzen sein, wir werden sie nie vergessen!
Und wir sind Ihnen so dankbar, dass wir Luna adoptieren durften, sie hat unser Leben so sehr bereichert.
Vielen vielen Dank für diesen tollen Hund!
Ihre Familie Halfmann
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