Benno – 04.10.22

Benno Blue „Aufpasser-Beschützer und Schmusebär“

*07.08.2015 - +05.09.2022
leider nur 7 Jahre

Unser lieber, hübscher Benno Blue kam im Februar 2016 mit seiner Schwester zu uns. Es war uns augenblicklich klar, warum Vera sagte, dass sein Schwesterlein Dana Lila nur im Doppelpack mit ihrem Brüderchen vermittelt wird: Er war sich seiner Lebensaufgabe von Anfang an klar – insbesondere vor seinem zitternden, den Schwanz bis zum Bauchnabel einklemmenden Schwesterchen: „Ich muss beschützen, auch wenn evtl. in mir die Angst hochkommen könnte.“

Ach, was war das für ein toller Anblick, als wir die 2 mit unserer Boxerhündin Vio abholten: Da kamen 2 dunkle, schlaksige, nein, dünne Boxerschönheiten, schlotternd vor Kälte und Angst aus dem Haus. Benno taute schneller auf als Dana. Er war von Anfang an neugierig und konnte so seine neuen Menschen und seine neue Umgebung schneller erkunden.

Unsere Notboxerhündin Vio, die wir seit Ende November 2015 hatten, war nun endlich im Gefühlsparadies mit diesen 2 Jüngeren, hatte sie uns doch deutlich gezeigt, dass das Alleinsein bei uns Menschen so gar nichts für sie war.

Eine ganz großartige Eigenschaft von Benno war sein Selbstbewusstsein und seine damit verbundene Fähigkeit beim Spielen den vorderen Part im Rennen einzunehmen – und das, obwohl er dann derjenige war, der evtl. gezwickt oder überrannt wurde, was mir schwer missfiel, da ich sah, dass er nicht so stabil auf seinen Hinterbeinen war. Die Ursache stellte sich später heraus (siehe weiter unten).

Sein Selbstbewusstsein zeigte sich deutlich in seinem ständig senkrecht aufgestellten Schwanz, vor allem, wenn wir auf unseren täglichen 4 Runden draußen unterwegs waren. Das hätte wohl schon gereicht, um andere Vierbeiner lieber umkehren zu lassen. Dazu kam ja noch, dass sie als Trio unterwegs waren.

Das Namenfinden überließ ich meiner Familie, da meine Vorstellung von unserem Trio, Vio(let), Blue & Lila etwas Unbehagen auslöste. Die Lösung war dann Vio(let), Benno Blue und Dana Lila.

Benno war ein so entzückend liebenswerter und hübscher Boxerjunge mit einem enormen Bewegungsdrang und Spieltrieb. Er hat gerne mit seinen 2 Mädels gespielt – mit Dana um Bälle, Frisbees, Kongs, Vollgummiringe, Stöckchen und und und….
– mit Vio zu zweit gebalgt, auf den Boden geworfen, zärtlich in die Hinterbeinchen gepackt, an der Halskrause geknabbert….

Bei unserer koketten, liebevollen Vio kamen bei Benno auch immer mal wieder ‚Frühlingsgefühle‘ auf. Sie war einfach viel zu lieb, um ihn schroff abzuweisen. Ganz anders seine Schwester. Die erlaubte ihm nur – ja, und forderte das regelrecht auch – sein täglicher Sparringpartner zu sein. Ihre Haupttätigkeit bestand darin, ihm jede Art von Spielzeug abzujagen. Benno nahm ihre Attacken mit stoischer Gelassenheit hin, wartete er doch nur mit ganz viel Ausdauer auf den Augenblick, das Spielzeug wieder zurückzuholen, was ihm auch immer wieder gelang.

Er war demnach entsprechend 24/7 ausgelastet, insbesondere kamen da ja auch noch etliche andere Aufgaben dazu, so z. B. tagsüber an Werktagen meine Mutter in ihrer Wohnung zu beschützen, ab und an im Schwarzwald über Wiese und Hütte zu wachen und vor möglichen Eindringlichen in Form von Wanderern und dergleichen zu beschützen.

Sein Bewacher- und Beschützerinstinkt überwog alle anderen Gefühle. So auch beim Tierarzt – immer ganz tapfer! Außerdem hat er als ‚Männerhund‘ den Chef der Tierklinik Ettlingen sowieso gleich in sein Herz geschlossen. Ihm war lange vor mir klar, dass dieser Mann insbesondere Boxern, sehr viel Liebe und Zuneigung entgegenbrachte, war er doch selber als Kind mit einem Boxer aufgewachsen.

Viel hat Benno diesem Kleintierchirurgen zu verdanken, hat er ihm doch 2 künstliche Hüftgelenke eingesetzt sowie über Jahre neurologische Probleme im unteren Rücken behandelt.

Und was hat Benno alles mitgemacht, zur Haustierärztin, in die Tierklinik nach Ettlingen. Dann ging es auch in die Kleintierklinik der Uni Gießen wegen seiner 2 kranken vierbeinigen Mitbewohnerinnen. Und dann war er wieder in Behandlung wegen Mastzellentumoren, wegen chronischen Magen-Darm-Problemen, wegen Eiweißallergie (-> bei einem Hund! Man stelle sich das mal vor!). Hatte seine Schwester auch) gekoppelt mit Fettunverträglichkeit (-> wie bei Dana). Letztlich haben wir das alles in den Griff bekommen, nicht aber die plötzlich auftretenden Lähmungserscheinungen der linken Körperseite, insbesondere der Pfoten.

Nach unserem unverzüglichen Besuch in der Tierklinik Ettlingen hatten wir noch die Hoffnung, dass wir – trotz vermutetem Hirntumor – noch eine ganze Weile Zeit mit unserem lieben Boxerjungen verbringen könnten….- hatten wir uns doch ca. 5 Wochen davor von unserem lieben Boxermädchen Vio wegen eines Nierentumors trennen müssen….

Das sollte leider nicht so sein. 2 Tage später traten die Symptome erneut auf und verschlimmerten sich nur noch über das Wochenende. An ein Gehen bei uns im Haus auf den Fliesen war nicht mehr daran zu denken. Auch Cortison, was bei unseren früheren, an Hirntumoren erkrankten alten Boxern noch gegeben worden war, sollte hier keine Option sein.

Und ich hatte mir so sehr gewünscht – nach dem Verlust unseres so lieben Mädels Vio – noch ein paar Monate mit diesem Traum von Boxerrüden beschützt die Wälder hinter unserem Häuschen durchstreifen zu können.

Sein allerliebstes Spiel war Wettziehen und hier war sein Lieblingsspielpartner mein Mann und das Lieblingsspielzeug, 2 weiche, ovale, ineinandergeschlungene Gummi-Ringe (blau und orange). Die begrabe ich mit seiner Asche.

Benno war ein richtiger Beau, ganz dunkel gestromt (schwarz gestromt auf einem grandiosen, dunklen Braun). Von allen unseren Boxern war Benno noch einen Tick dunkler. Und an den unteren Beinen war die Stromung durch den etwas helleren Untergrund fantastisch – was für ein Farbenkontrast! Benno hatte einen weißen Längsstreifen zwischen den Augen, etwas Weiß um die Nase, einen weißen vorderen Brustkorb und etwas Weiß an der Kinnunterseite sowie einen weißen Fleck im Nacken (-> supersüß!), ansonsten war er wunderbar dunkel mit einem glänzenden Fell und einem muskulösen, sportlichen Körperbau.

Auch er war – wie seine Schwester - nicht verfressen, aber er hätte soooo gerne auch mal richtiges Fleisch oder Wurst gehabt, was alles nicht möglich war wegen der Eiweißallergie. Selbst Joghurt, Quark oder Käse kamen nicht in Frage. Wir haben aber eine Eiweißquelle neben dem hydrolisierten Trocken- und Dosenfutter gefunden, das er mit Leidenschaft gefressen hat: Maroni!

Was fand er noch toll? In den Arm genommen zu werden und Streicheleinheiten taten auch ihm soooo gut!

Meine Mutter ist hochbetagt, hatte aber durch Bennos Anwesenheit Antrieb weiterzumachen. Ihm etwas zu erzählen, tat ihr gut, seine Reaktionen zauberte ihr immer ein Lächeln ins Gesicht. Und wie er merkte, dass sie nicht mehr so viel Kraft wie früher hatte, hat er sich bewusst auf die Schwelle zu ihrem Schlafzimmer gelegt, um…..- natürlich - …. um sie zu beschützen.

Es ist jetzt ganz still bei uns geworden. Nicht eine Samtschnute mehr da, die grunzend, schmatzend, träumend oder in diverser Hundemanier antwortend etwas von sich gibt….Das Herz ist schwer.

Wir vermissen dich so sehr, Braveheart mit den guten Instinkten und dem so mutigen Herzen –

Jutta, Walter, Inge, Sabine, Eckhard, Patrick

DANKE, Vera, für diesen hübschen edlen Ritter unserer – wie ein Nachbar immer pflegte zu sagen – 3 Musketiere! - Die Drei waren ein tolles Trio!

Benno

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