Fee (Weltenbummlerin) - 01.05.18 - Boxer Nothilfe Deutschland e.V.

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Fee (Weltenbummlerin) - 01.05.18

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01.05.2018



Hallo Ihr Lieben von der Boxernothilfe,

Ich weiß nicht ob Ihr Euch noch an mich erinnern könnt, ich bin die Fee und wurde am 03. Mai 2016 von Euch vermittelt.

Ich hatte das Glück, sehr schnell eine neue Dosenöffner Familie zu bekommen und das Beste ist, wir passen perfekt zusammen !!!

Da wir ständig mit dem Wohnmobil unterwegs sind, erleben wir jeden Tag etwas Neues und viel Aufregendes.

Natürlich hatte ich anfangs auch meine kleinen Baustellen, z.B. wollte ich anfangs immer nur in die hinterste und dichteste Ecke eines Gebüschs um meine Pfütze oder mein Häufchen zu machen. Das fanden die anderen nicht so toll, denn einer von beiden wollte dann immer auch dorthin kriechen um das Häufchen wieder einzusammeln.

Auch passierte es mir, dass ich nach einem großen Spaziergang nach Hause kam, mich todmüde hinlegte, einschlief und als ich aufwachte war eine Pfütze unter mir? Zum Glück schimpfte keiner und Frauchen nahm einfach einen Eimer und beseitigte das Malheur. Sie gingen dann alle zwei Stunden mit mir raus und immer den gleichen Weg. Hatte ich dann einen See gemacht, lobten sie mich und ich bekam ein kleines Leckerli.

So haben sie mir beigebracht, dass ich mich erleichtere wenn sie es mir sagen. Dies ist natürlich wichtig und wenn wir jetzt mit dem Womo unterwegs sind halten sie alle zwei bis drei Stunden an und ich mache mein Pfützchen auf Befehl - das ist für uns alle sehr entspannend.

So jetzt habe ich das unangenehme abgearbeitet und jetzt erzähle ich euch das Aufregende in meinen neuen Leben.

Nachdem ich mir meine mein neues Zuhause erschnüffelt, das Sofa probe gelegen und die Goldfische durchgezählt hatte wurde mir auch gleich der Hund Ihrer Tochter, auf einem Feld in der Nähe vorgestellt. Er ist ein ganz lieber Pointer aus dem griechischen Tierschutz, der anfangs noch mehr Angst hatte als ich. Nach zwei Wochen durfte ich dann ohne Leine gehen - dank meines neuen Freundes der mir gezeigt hat wie ich hören muss. Ich hatte fast einen neuen Namen da sie immer „Theo – Fee“ riefen.

Danach kam auch schon die zweite Tochter mit ihren beiden Dackeln (zwei Ungarn) das Mädchen ist blind. Ich war ganz vorsichtig mit ihr, aber mit dem Jungen konnte ich ganz toll toben. Wenn wir dann geschafft waren, haben wir uns aber alle drei auf einer meiner Decke zusammengerollt und gemeinsam geschlafen.

Anfang Juni fuhren wir gemeinsam an die Ostsee auf einen Campingplatz. Leider mussten wir uns dort trennen, meine Dackelfreunde fuhren Richtung Nordsee und wir weiter Richtung Polen immer der Küste entlang. Ostsee mit Wellen war mir wieder unheimlich.

Jedes Mal wenn eine Welle kam bin ich weg gerannt. Herrchen hat mich dann zweimal auf den Arm genommen und mich ins Wasser getragen und mich zurück schwimmen lassen. Es hat aber nichts geholfen mir waren die Wellen immer noch unheimlich. Frauchen hat es dann mit einem Hölzchen versucht das sie durch das flache Wasser gezogen hat. Mittlerweile gehe ich selbst ins Wasser nur mag ich es immer noch nicht wenn eine Welle über mich hinweg rollt.

Schön waren auch meine Begegnungen mit Wildschweinen. Wenn wir frühmorgens eine Hunderunde an der Hauptstraße von Piaski machten knackte es immer mal in Gebüsch und ein oder mehrere Wildschweine kamen heraus und gingen neben uns her. Frauchen waren solche Begegnungen immer nicht geheuer, sie trat dann möglich schnell den Rückzug an. Zweimal mindestens am Tag liefen sie auch über den Campingplatz am besten gefielen mit die Kleinen und ich hätte gern mit ihnen gespielt aber ich durfte nicht.

Seit dieser Zeit habe ich viel gesehen und viel gelernt.
Im September ging es dann Richtung Portugal. Dort wurde eine Golden Retriever Hündin meine beste Freundin. Wir konnten den Campingplatz als großen Spielplatz nutzten, mit Ballspielen, Seil ziehen, Wettrennen mit über Hecken hinweg und der gleichen. Diese Spiele konnten schon mal gut eine Stunde gehen. Wenn wir uns dann gemeinsam ausruhten und unsere Dosenöffner der Meinung waren wir hätten genug gespielt, begannen wir schon wieder mit unserem Spiel. Aber auch meine Freundin konnte mich nicht richtig für das Meer begeistern. So ging sie schwimmen und ich buddelte im Sand.

Kurz vor Weihnachten ging es für uns nach Spanien. Überall fand ich neue Hundefreunde, oft werde ich für mein gutes Benehmen gelobt und viele Menschen, die keine großen Hundefreunde, sind begeistert von mir.

Bis Ende März waren wir dann in Spanien und als wir wieder zu Hause in Erfurt waren, haben sich alle meine Hunde-Kumpels gefreut und wir haben uns als erstes zum tollen auf den Feldern verabredet – dass war ein Wiedersehn !!

Anfang Juli ging es dann gen Osten Polen, Russland und Mongolei. In keinen dieser Länder gab es mit den Menschen oder anderen Tieren Probleme. Für mich war es natürlich ein Abenteuer, da immer wenn wir anhielten eine neue Umgebung und neue Gerüche auf mich warteten. Ich habe alle großen russischen Flüsse gesehen. Ich war mit Herrchen und Frauchen in der Wolga schwimmen. In den Baikalsee ist sie aber nicht mit rein gekommen, das war ihr zu kalt (max. 8 -12 Grad).

Herrchen und ich wir zwei sind jetzt mindestens 10 Jahre jünger, weil ein altes russisches Sprichwort lautet: Wer einmal im Baikalsee badet wird zehn Jahre jünger.

Das Baikalwasser schmeckt auch sehr gut wir drei haben es getrunken, denn es Trinkwasserqualität.
In der Mongolei sind auch die Tiere heilig und so durfte ich hier so gar mit in die budistischen Tempel.
Mitte Oktober hatte uns Deutschland kurz wieder, aber Weihnachten waren wir schon wieder in Spanien….
So ist also mein Leben als Reiseboxer, ich bin 24 Stunden mit meinen Leuten zusammen und inzwischen weiss ich, dass wenn Sie doch mal weggehen ich ruhig ein Schläfchen machen kann. Sie sind bestimmt gleich wieder da...
 
Viele liebe Grüße, an alle Boxer und Boxerfreunde
von FEE (auf dem Weg nach Griechenland)
B. u. D. Reinhardt aus Erfurt


 
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